Ausgewogen ernähren? Hat in Deutschland viele Hürden

Schlechte Lebensmittelpreisgestaltung

Die mit Süßigkeiten gepflasterte „Quengelmeile“ vor der Supermarktkasse. Werbung für Schokoriegel oder Softdrinks. Die noch immer für Laien schwer verständlichen Nährstoffangaben auf Lebensmittelverpackungen:

All das sind Verlockungen und Hürden, die gesunder Ernährung entgegenstehen. Besonders schlecht schneiden laut einer Erhebung des Policy Evaluation Networks (PEN) die Lebensmittelpreisgestaltung, das Lebensmittelangebot in Einzelhandel und Gastronomie sowie das Lebensmittelmarketing ab.

Untersuchungen überraschen nicht

Professor Dr. oec. troph. Dr. med. Anja Bosy-Westphal, Leiterin der Abteilung Humanernährung an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM):

Untersuchungen wie diese sind sehr wichtig und die Ergebnisse überraschen leider nicht.

Schulverpflegung besonders wichtig

Neben der Zugänglichkeit entscheide allzu oft auch das Haushaltsbudget mit darüber, ob gesunde Nahrungsmittel oder billige „Stoffwechselkiller“ auf den Tisch kommen. Impulse, die das Ernährungsverhalten positiv beeinflussen könnten, müssen nach Ansicht des PEN von allen politischen Ebenen ausgehen – wie etwa eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe auf Softdrinks oder eine verbindliche Regelung zum Kinder-Lebensmittelmarketing.

Hochwertige und gebührenfreie Verpflegung

An erster Stelle des Maßnahmenkatalogs stehe jedoch eine qualitativ hochwertige und gebührenfreie Verpflegung in Schulen und Kitas.

Veröffentlicht: 25.07.2022 - Aktualisiert: 25.07.2022